Kleine Karateka auf und neben der Kampffläche ganz groß

„Oberstes Ziel in der Kunst des Karate ist weder der Sieg noch die Niederlage. Der wahre Karate-Kämpfer erstrebt die Vervollkommnung seines Charakters!“

Diesen Leitsatz zu beherzigen mag uns oftmals schwer fallen. Wer bei einem Turnier antritt, der möchte auch siegen. Eine Niederlage ist auch für Erwachsene häufig schwer zu ertragen. Und doch gehören sowohl der Sieg als auch die Niederlage zu unserem Leben dazu, ob es uns gefällt oder nicht. Aus beidem können wir lernen. Haben wir den Sieg oder die Niederlage vielleicht nicht immer in der Hand, so können wir jedoch selbst darüber entscheiden, was diese mit uns machen. Nutzen wir den Sieg als Motivation, noch besser zu werden, oder ruhen wir uns auf unseren Lorbeeren aus? Erkennen wir durch unsere Niederlage, dass wir uns noch mehr anstrengen können, oder geben wir einfach auf? Es liegt an uns. Und nur an uns.

Heute, am Sonntag, dem 26.11.2017, konnten wir beim Kinderturnier des Karate Dojos e.V. in Pönitz von den Kindern zwischen 6 und 14 Jahren lernen, dass man nicht Erwachsen sein muss, um nach diesem Prinzip zu handeln. Wir haben einen Wettkampftag gesehen, bei dem sowohl auf als auch insbesondere Abseits der Kampffläche gezeigt wurde, wie groß unsere ganz kleinen Karateka doch sind. Auf der Kampffläche konnten die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer ihr Können unter Beweis stellen und brachten für ihre Trainerinnen und Trainer sowie ihre Angehörigen einige Überraschungen mit. Es zeigte sich, dass der Wettkampf für jeden eine besondere Situation ist und in dieser jeder Karateka Höchstleistungen erbringen kann. Auch diejenigen, denen wir Trainerinnen und Trainer es vielleicht sonst nicht zutrauen würden. Eine Haltung die es somit stets neu zu überdenken gilt. Deutlich wird damit die auch für unseren Verein geltende Prämisse bezogen auf Wettkämpfe: der sportliche Wettkampf mag kein Teil des ursprünglich von Gichin Funakoshi vertretenen traditionellen Karate sein, jedoch ist er für uns eine wunderbare Ergänzung zum Training und eine Erfahrung, die jede Starterin und jeden Starter auf ihrem bzw. seinem Weg weiter voran bringt, und an der wir ein weiteres Stück wachsen können.
Abseits der Kampffläche zeigten die „kleinen“ Karateka eine wunderbare Harmonie, von der wir Erwachsenen nur lernen können. Trotz des Wettkampfes waren die Kinder in der Lage, freundschaftlich miteinander umzugehen. Es wurden neue Kontakte geknüpft. Bei Niederlagen wurden andere Starterinnen und Starter getröstet, bei Siegen wurde sich für andere gefreut. Über den gesamten Wettkampf konnte beobachtet werden, wie Karateka aus den verschiedensten Vereinen miteinander diesen Wettkampftag begingen. Die Kinder zeigten uns, dass es egal ist, wo man geboren wurde, wie man aussieht, welche Sprache man spricht oder woran man glaubt. Im Karate sind alle Menschen gleich. Auf der Welt sind alle Menschen gleich. Das faszinierende daran ist jedoch die Erkenntnis, dass man das den Kindern nicht sagen musste. Es war für sie selbstverständlich. Würden wir sie dafür explizit loben, würden sie uns wohl fragend anschauen. In dieser Hinsicht sind somit die Kinder unsere Lehrer und wir können gar nicht genug Lektionen dieser Art bekommen.

DANKE Kinder: Danke, dass Ihr uns Erwachsenen zeigt, wie zusammen trainieren, zusammen in einen sportlichen Wettstreit treten und insbesondere zusammenleben ganz einfach funktioniert. Es muss einem nicht gesagt werden, dass alle Menschen gleich sind. Es ist selbstverständlich. Danke, Ihr „kleinen“ Karateka, für diese Lektion. Wir sind Stolz auf Euch und Eure Leistungen auf und neben der Kampffläche. Zwar nehmen wir insgesamt 12-mal Gold, 15-mal Silber sowie 16-mal Bronze mit nach Schwerin und freuen uns über neun 4. Plätze, aber die heutigen Eindrücke bleiben uns hoffentlich alle lange in Erinnerung. Oss

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